Nusa Penida 2022

Nusa Penida, Bali, Indonesien

16.11.22

Der letzte Arbeitstag im Berliner Büro hat mich nicht unbedingt geschont, aber letztlich konnte ich auch den unverhofft ereignisreichen Tag überstehen.

Mein Urlaubsbeginn – und zeitgleich Abschied von Berlin und dem europäischen Winter – sollte dann mit mir lieb gewonnenen und wohlgesonnen Menschen im Stammlokal beginnen.

Irgendwie war klar, dass es nicht bei den 2-3 geplanten Bieren bleiben sollte, Bereuen tu ich aber (bislang) nichts. Im Gegenteil – ich bin entzückt und hoch erfreut über einen wundervollen Abend mit tollen Menschen.  

Jetzt (um 2:50 Uhr) werde ich letztmalig für die nächsten zwei Monate mein eigenes Bett okkupieren. In wenigen Stunden wird mich Suse abholen und freundlicherweise zum Flughafen fahren….. Let the trip begin!

17.11.22

Wecker um 07:00 Uhr.

Fit ist anders – aber vor mir liegen ja gut 24 Stunden Reisezeit, da wird wohl das ein oder andere Nickerchen drin sein.  

Nach zügigem bag drop und Sicherheitskontrolle gab es das obligatorische Flughafen Bier, dann begann auch schon das Boarding für den ersten Teil der Reise.

Doha in Katar ist das Ziel. Leider mit 7 Stunden Layover (da mein Anschlussflug mehrfach nach hinten geschoben wurde). Ich hab mir wohlwissend im Vorfeld einen Lounge Zugang gebucht, was sich als absolut sinnvoll erwiesen hat: die gebuchte Lounge war überfüllt und ich habe ein Upgrade in die Business Class Lounge erhalten.

Jetzt lässt sich die Wartezeit mit vernünftigem Essen, Wein und gemütlichem Raucherbereich gut ertragen – digital immer dabei (wenn nicht gerade am Leben retten): Tim, der mit seiner besseren Hälfte in Kürze nachreisen wird. Ich freu mich auf den gemeinsamen urlaub (bereits der zweite binnen 6 Wochen)…

18.11.22

Die Zweite Reisestrecke (von Doha nach Bali) verlief dank Sitzupgrade (xl am Notausgang) überraschend unspektakulär, ja beinahe sogar bequem ab. Auch die Einreiseprozedur in Indonesien war dank eVisum und eCustoms absolut zügig … bis es ans Gepäckband ging. Die Taschen und Koffer unserer ausgebuchten Boeing 777 kamen so zögerlich angerollt, dass man meinen möchte, nur eine arme Seele muss jedes Gepäckstück einzeln und allein vom Flieger bis aufs Gepäckband tragen. Nach fast 1,5 Stunden durfte ich dann aber meinen Koffer in Empfang nehmen und endlich an die frische Luft…

Temperaturschock (3 Grad in Berlin zu 29 Grad und 87% Luftfeuchtigkeit in Denpasar) und zwei Zigaretten später darf ich mal wieder feststellen, dass Touris immer noch bei Taxifahrten über den Tisch gezogen werden sollen. Dank lokaler Transport-Apps hatte ich eine gute Vorstellung des realistischen Preises und konnte mit etwas Nachdruck den angekündigten Fahrpreis um etwa 33 USD herunterhandeln.  

Im Hotel (für eine Nacht) gab es leider nichts zu essen, aber ein kurzer Fußmarsch führte mich in ein charmantes Restaurant mit Livemusik, leckerem Nasi Goreng und (welch Zufall) einem Bier-Special, dass ich mir nicht entgehen lassen konnte.

19.11.22

Nach knapp 3 Stunden Schlaf und viel Gepäckschlepperei stand ich nun um 9 Uhr morgens endlich vor dem Fastboat nach Nusa Penida – meinem Zuhause für die nächsten zwei Monate.

Die Überfahrt verging zügig und am Hafen nahm mich mein Gastgeber Apil herzlich in Empfang. Apil habe ich bei meiner letzten Reisehierher kennengelernt und es hat sich tatsächlich so etwas wie eine Freundschaft entwickelt. Wir hielten stets Kontakt und die Freude über unser Treffen hätte kaum größer sein können. Auch konnte ich es kaum erwarten meine Buddies von Blue Corner Dive wieder zu sehen. Verbrachte ich doch die meiste Zeit meines letzten Aufenthalts überwiegend unter und über Wasser mit Jason, Nic, Suna und Hund Chuckles…

Auch hier war die Wiedersehenfreude groß, was aber eventuell den Bestechungsmitbringseln aus dem deutschen Supermarkt geschulded war 😂

Nach kurzem einstellen meines Equipments war Zeit für Klönschnack, Updates und Pläne für unsere gemeinsamen Tauchgänge in den nächsten Wochen und Monaten. Direkt morgen früh um 8 Uhr soll es losgehen, bedeutet für mich: 7:15 Uhr das Haus verlassen…..

Endlich Urlaub!

20.11.22

So und nicht anders muss das Laufen – Nusa Penida sollte meine Hoffnungen und Erinnerungen nicht enttäuschen: Bereits am ersten Tauchspot des Trips, Blue Corner in Nusa Lembongan, begrüßten uns springende und spielende Delfine. Die Vorfreude auf den anspruchsvollen Strömungstauchg wurde also noch Größer. Wir waren die einzigen Taucher im Wasser, aber die Delfine wollten lieber unter sich bleiben und suchten das Weite. Durch mehr Strömung als erwartet wurde der Tauchgang zu einem ordentlichen Kräfte- und Atemluft zehrenden Tauchgang. Anstrengend, aber schön. Viel Fisch – aber der Kampf gegen die Strömung hat die Prioritäten verschoben. Quick and dirty beschreibt es wohl am Besten. Egal, Zeit für einen Ortswechsel.

Der zweite Tauchgang sollte Diveshop Besitzer Jason und mich direkt entschädigen: Er schlug Toyakapeh vor, ein extrem fischreiches Riff direkt vor einem der Häfen Nusa Penidas, welches in den Channel zwischen Penida und Nusa Ceningan führt. Nach einem Snack und Geschichten sprangen wir also vom Boot aus ins Wasser. Meine Maske hatte es eiliger als ich und verschwand in der Tiefe. Jason sah sie untergehen und konnte sie tatsächlich in etwa 13 Metern tiefe, kurz vor dem Drop off einholen. Mittlerweile hab ich meine Ersatzmaske aus der Beintasche geholt und folgte zügig. (Gruß an alle die sich über meine Shorts mit Taschen lustig machen!)

Jason war äußerst überrascht mich auf einmal neben ihm zu sehen…. Toller Ausdruck in seinem Gesicht 😂 Anyhow. Toyapakeh hat mich noch nie enttäuscht – auch dieses Mal nicht. Eine Seeschlange in Warteposition, eine große Peacock Flounder war beinahe perfekt getarnt auf einer Hartkoralle, riesige Drücker- und Pufferfische, Grouper, Schildkröten, unzählige Riff-Fische sowie gesunde Schwämme, Hart- und Weichkorallen. Dieser Tauchgang sollte sämtliche Anstrengungen des Morgens vergessen machen. Je Näher wir dem Channel kamen, desto stärker wurde die Strömung… dieses Mal ließen wir uns aber einfach treiben. Jason und ich waren uns Einig, dass so jeder Tag sein dürfte.

Nachmittags entschied ich mich dann einem „Geheimtipp“ für sehr gutes Babi Guling zu Folgen. Leicht zu finden war das Warung nicht, es ist eher ein Kiosk und sieht genau danach aus. Auf meine Frage nach dem Essen grinste eine ältere Dame verschmitzt und bat mich in den Garten. Wenig später servierte sie mir eine riesen Portion ganz vorzüglichem Spanferkel mit Reis, gerösteten Erdnüssen, Krautsalat und einer Mais-Miso-Suppe. Das Sambal (Scharfe Sauce, jeder hat sein eigenes Rezept) war das geschmackvollste und schärfste das ich bislang auf der Insel finden konnte! Zum Dessert gab es frische Banane aus dem eigenen Garten. Nach dieser Völlerei (das Essen hätte auch locker für 2 gereicht) bat ich um die Rechnung. Inklusive einer 1.5 Liter Flasche Wasser musste ich 50.000 IDR löhnen, was etwa 3€ entspricht…. Also auch diesbezüglich sollte Nusa Penida die Erinnerungen meines letzten Besuchs bestätigen. Die Pandemie und Energiekriese hat auch hier ihre Spuren hinterlassen, aber die inflationären Preisanpassungen sind noch überschaubar. Zumindest für Westeuropäer.  

Den Abend verbrachte ich zu Hause, einfach mal Nichts tun. Ruhe hab ich jedoch nicht: die lokalen Nachbarn feiern eine Karaoke Party und stehen Rammstein zumindest in der Lautstärke in nichts nach.  

Morgen früh hätte ich mit Gastgeber und Vermieter Apil eigentlich Tim und Suse in Empfang nehmen wollen, doch Aufgrund eines unangenehmen Zwischenfalls sind die beiden gezwungen einen Tag Istanbul dazwischen zu schieben. Sie werden sicherlich ausführlich in ihrem Blog berichten. Die beiden kommen nun (hoffentlich) einen Tag später als erwartet an, dafür aber gemeinsam mit Marie und Katharina.

Station 203i im Exil, quasi…

21.11.22

Die Unterwasserwelt Nusa Penidas ist immer noch absolut Atemberaubend! Heute standen Batu Nunggul und PED auf dem Plan. Die beiden Spots auf der Nord, bzw Nordost Seite der Insel bestechen durch absolute Artenvielfalt, sowohl von Fischen, als auch Korallen und Krabben und allem Anderen. Heute war die Strömung etwas zügiger – aber wir haben uns überwiegend treiben lassen. Trotzdem gab es entlang des heilen Riffs neben unzähligen Fischen aller couleur auch eine Seeschlange, mehrere Hawksbill Schildkröten, Orangutan Crab, Muräne, Nudi Branches, und wer weiß was alles zu sehen!

Letztlich so grandios, dass die Tauchtruppe mittags um Zwölf beim Deko Bier noch einige Stunden zu Berichten wusste.